6 Entscheidungen auf dem Weg zum neuen TV-Gerät
Schon jeder zweite deutsche Haushalt hat die „gute alte Röhre“ durch einen Flachbildfernseher ersetzt. Schließlich sind die neuen TV-Geräte größer, flacher und schicker. Doch Flachbildfernseher ist nicht gleich Flachbildfernseher. Unser Leitfaden sagt, was beim Kauf zu beachten ist.
Entscheidung 1: Groß oder sehr groß?
Die ideale Größe des Fernsehers hängt vom Abstand zwischen Sofa und Fernseher ab. Dieser sollte etwa das Dreifache der Bilddiagonalen betragen, so die Faustregel. Von einem Ein-Meter-Bildschirm (40 bis 42 Zoll) sollte man also rund drei Meter entfernt sein. Wer näher am Gerät sitzt, sieht das Bild unscharf.
32-Zoll-Fernseher eignen sich entsprechend für alle, die wenig Platz haben. 37-Zoll-Geräte sind imposant, ohne das Wohnzimmer zu dominieren. Außerdem passen sie noch gut in eine Ecke. Ab 42 Zoll hat man echtes Heimkino-Gefühl – und neben LCD- auch Plasmabildschirme zur Auswahl.
Entscheidung 2: Plasma oder LCD?
Womit wir bei einem echten Glaubenskrieg wären. Die einen schwören auf Plasma, die anderen auf LCD. Deshalb erst einmal der technische Unterschied: LCD ist die Abkürzung von „Liquid Crystal Display“, was so viel bedeutet wie Flüssigkristallbildschirm. LCD-Fernseher nutzen also Flüssigkristalle, um das Bild darzustellen. Diese werden von Leuchtstoffröhren oder energiesparenden LED angestrahlt. Plasmabildschirme erzeugen wiederum Bilder mit der Hilfe von Gasen. Ähnlich wie in einer Leuchtstoffröhre werden diese unter Spannung geladen – sodass sie die gewünschte Farbe an bestimmter Position wiedergeben.
Welches Bild besser gefällt, ist sehr subjektiv. Deshalb empfiehlt es sich, beide Gerätetypen im Geschäft zu vergleichen. Zusammenfassend kann man sagen: LCDs sorgen für eine hellere Darstellung, während Plasmabilder satter wirken. Bei Stromverbrauch und Gewicht haben LCDs die Nase vorn – sie verbrauchen bei gleichen Voraussetzungen weniger Strom und sind leichter als Plasmabildschirme.
Entscheidung 3: Scharf oder sehr scharf?
Ein neuer Fernseher sollte unbedingt HD-ready sein. Das heißt, er bietet eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel. Der nächste Schritt ist FullHD mit 1920 x 1080 Bildpunkten. Achtung: Nur wenn das HDTV-Logo den Zusatz „1080p“ hat, ist eine Auflösung von 1080 Bildpunkten garantiert. Für das HD-Logo allein reichen auch 720.
Entscheidung 4: Hertz-Rasen – mehr ist mehr?
In der Einheit Hertz geben Hersteller die Bildwiederholrate an. Je höher sie ist, desto flüssiger werden Bewegungen dargestellt – also etwa ein fliegender Ball. Ein 50-Hertz-Fernseher zeigt Bilder zum Beispiel 50-mal pro Sekunde. Der Unterschied zwischen Fernsehern mit 50 Hertz und 100 Hertz ist deutlich sichtbar. Auch der Sprung von 100 auf 200 Hertz bringt eine Verbesserung, doch der Unterschied fällt deutlich geringer aus. Da für 200 und mehr Hertz ein hoher Aufpreis fällig ist, lohnt sich die Investition nur für besonders anspruchsvolle Zuschauer.
Entscheidung 5: Energie sparen?
Für Fernseher gilt laut Stiftung Warentest weiterhin: „Je größer, desto gefräßiger“. Anders als bei Kühlschränken bedeutet ein neues TV-Gerät also nicht automatisch einen geringeren Stromverbrauch. Aber es gibt Hoffnung: Seit dem 30. November 2011 hilft ein Blick auf das EU-Effizienz-Label – und man kennt die Effizienzklasse des Geräts. Grünes A bedeutet sehr effizient, rotes G sehr ineffizient. Außerdem gibt das Label den absoluten Jahresstromverbrauch an. LCD-Geräte mit LED-Technik haben hier die Nase vorn: Sie sparen gegenüber einer 16 Jahre alten Röhre 55 Prozent Strom bei vergleichbarer Größe. Das lohnt!
TV Infoblatt: Energiespar-Label für Fernseher
Entscheidung 6: Heute schon in die Zukunft investieren?
3-D- und Smart-TVs sind schon reichlich im Angebot, doch genutzt werden sie noch selten. Beim
3-D-Fernseher mag das am Preis liegen: Die Geräte starten ab 600 Euro. Außerdem sind entsprechende Formate nur bei Bezahlsendern oder auf Blu-ray verfügbar. Daher kann man ruhig abwarten, bis Hersteller und Sender der Technik zum Durchbruch verhelfen – zum Beispiel durch ein 3-D-Erlebnis ohne 3-D-Brille. Internetfähige Fernseher sind wiederum kaum teurer als herkömmliche Geräte. Nach einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmens GfK steht bereits in jedem zehnten Haushalt ein Smart-TV, aber nur 13 Prozent der Besitzer nutzen die neuen Möglichkeiten. Dabei können Smart-TVs Online-Videotheken, Zeitungen oder Online-Fotoalben anzeigen. Wer einen Fernseher kauft, sollte ein Gerät mit Internetzugang wählen. Gerüchten zufolge arbeitet Apple an einem iTV – mit Gestenerkennungssystem, virtueller Tastatur fürs Internet und Steuerung via iPhone.
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