Was ist Ihnen Ihre Ruhe wert?

Blätter rascheln mit 10 Dezibel, ein Föhn heult schon mal mit 99 Dezibel – so laut wie eine Kreissäge. Bei kurzfristigen Geräuschen ist so eine Lautstärke vielleicht noch zu ertragen, aber wenn ein Kühlschrank dauerbrummt, wird’s unangenehm. Wir vergleichen die Lautstärke von Geräuschen und Geräten und sagen Ihnen, wie viele Dezibel Sie bei neuen Geräten einsparen können.

Das empfindlichste Sinnesorgan des Menschen ist das Ohr. Es ist nie abgeschaltet. Wir hören immer, denn Geräusche könnten eine Gefahr bedeuten. Kein Wunder also, dass sich in einer Welt, in der es nie ruhig ist, immer mehr Menschen nach Ruhe sehnen. Und auch wenn wir die meisten Geräusche als ungefährlich klassifizieren, reizen sie das Nervenkostüm. Besonders tieffrequente Geräusche, wie sie oft von Geräten kommen, können sehr stören. Sie werden nicht nur über die Ohren, sondern auch über die Knochen und den Rest des Körpers wahrgenommen. Ohrstöpsel helfen also auch nicht. Das Resultat: 29 Prozent der Waschmaschinenbesitzer und 28 Prozent der Geschirrspülbesitzer wünschen, sie hätten sich für ein leiseres Gerät entschieden. Ihre Nachbarn möglicherweise auch – wer kennt nicht die Geräuschkulisse von nebenan, wenn Staubsauger und eine schleudernde Waschmaschine dröhnen, der Trockner brummt oder ein Föhn heult?

 

Dezibel und ihre Wirkung

Viele gute Gründe, beim Kauf von Haushaltsgeräten auf ihre Lautstärke zu achten, die je nach Gerät sehr unterschiedlich ausfallen kann. So bringt es zum Beispiel ein durchschnittlicher Staubsauger schnell mal auf 70 bis 80 Dezibel und ist damit ungefähr so laut wie ein Rasenmäher. Ein Föhn ist oft noch lauter, manche Exemplare bringen es auf 99 Dezibel – und sind damit so laut wie eine Kreissäge. Laut EU-Lärm-Richtlinie muss ab 85 Dezibel am Arbeitsplatz ein Gehörschutz getragen werden! Bei Geräuschen ab etwa 40 Dezibel treten bei vielen Menschen bereits leichte Konzentrationsstörungen auf, ab 65 Dezibel kann die Gesundheit geschädigt werden, ab 85 Dezibel sind Geräusche unangenehm und sicher gesundheitsschädigend, ab 120 Dezibel unerträglich laut und innerhalb von Sekunden gehörschädigend. Zum Vergleich: Blätter rascheln etwa mit 10 Dezibel, Atemgeräusche erreichen 25 Dezibel, Vögel zwitschern mit etwa 50 Dezibel – und sind damit schon konzentrationsstörend. Das kann sicher jeder bestätigen, der bei offenem Fenster schläft und vom Vogelgezwitscher morgens um fünf Uhr aufwacht.

 

So leise sind neue Geräte

Viele Gerätehersteller achten deshalb zunehmend auf die Geräusche ihrer Geräte. So waschen mittlerweile einige neue Waschmaschinen, deren Vorgänger im Schleudergang schnell mal mit 78 Dezibel dröhnen, Wäsche schon bei 45 bis 50 Dezibel – das entspricht etwa der Lautstärke einer normalen Unterhaltung. Wer die Lautstärke seiner Waschmaschine weiter senken möchte, sollte außerdem darauf achten, dass das Gerät nicht an einer Wand steht, und es auf einer Matte aus Gummigranulat platzieren, was die Schwingungen und damit die Lautstärke weiter reduziert. Gummigranulat-Matten sind im Baumarkt ab 10 Euro erhältlich.

Auch viele andere Geräte gibt es heute schon „in leise“. Standmixer mit Schalldämmung kommen zum Teil nur noch auf 80 Dezibel. Alte Geräte erreichen locker bis zu 93 Dezibel und sind damit so laut wie ein Motorrad. Neue Staubsauger machen ihren Job mittlerweile schon bei 69 Dezibel, was dem Lärm eines PKW, der in zehn Meter Entfernung vorbeifährt, entspricht. Kühlgeräte bringen es heute nur noch auf 34 Dezibel. Das ist so laut wie das Ticken einer Uhr oder eine geflüsterte Unterhaltung und speziell in offenen Küchen eine echte Verbesserung. Und eine moderne Spülmaschine macht den Abwasch schon mit 38 bis 39 Dezibel. Immer noch laut sind Dunstabzugshauben. Vor allem das Gebläse sorgt für Dauer-Radau beim Kochen. Durchschnittliche Geräte produzieren 67 bis 70 Dezibel, sind also so laut wie ein Staubsauger, ein PKW oder eine befahrene Straße. Neue gute Geräte machen den gleichen Job mit nur 58 bis 60 Dezibel – das entspricht etwa einer typischen Geräuschkulisse im Büro. Manche kommen auch nur auf 51 Dezibel und sind damit gerade mal so laut wie leise Radiomusik.

 

Beachten Sie beim Kauf die Dezibel-Angaben

Grundsätzlich gilt, dass erst Geräusche unter 50 Dezibel als leise empfunden werden. Wenn Geräte, die kurzfristig laufen, lauter sind, ist das nicht so schlimm für Ohren und Nerven. Doch je länger ein Gerät läuft, desto leiser sollte es sein. Ein Unterschied von 10 Dezibel kann subjektiv wie eine Verdoppelung oder Halbierung der Lautstärke empfunden werden. Im Zweifel lohnt es sich, etwas mehr Geld auf den Tisch zu legen. Leise Geräte überzeugen oft auch in puncto Energieeffizienz und Haltbarkeit.

 

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